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[Rezension] Ildikó von Kürthy – Neuland (Hörbuch)

Posted by on 23/03/2020

Gekürzte Ausgabe 5 CDs
Gesamtlaufzeit ca. 342 min.
Sprecherin: Ildikó von Kürthy

Klappentext:
Einmal sehen, was alles noch möglich ist. Oder wäre.
»Die Hälfte des Lebens ist vorbei. Und jetzt ist es Zeit. Höchste Zeit. Aber wofür eigentlich? Selbstverwirklichung, Gelassenheit, Idealgewicht? Soll ich nach meiner Mitte suchen oder nach einem großen, vielleicht letzten Abenteuer? Ist es Zeit für einen Anfang oder für ein Ende oder doch nur für eine Probestunde Pilates und eine andere Frisur? Ein Jahr lang habe ich mich auf die Suche nach dem besseren Leben gemacht. Ich habe mich auf Spurensuche in meine Vergangenheit begeben, habe Sterbende in einem Hospiz begleitet und bin uralten Albträumen und vergessenen Wünschen begegnet. Noch Fragen?«

Meine Meinung:
Romane von Ildikó von Kürthy habe ich vor einigen Jahren quasi verschlungen und als ich auf dieses Experiment von ihr gestoßen bin, war klar, dass ich das unbedingt lesen – oder in diesem Fall hören möchte.

Die Autorin spricht dieses Hörbuch selbst, was mir sehr gut gefällt. Erstens, weil ich ihre Stimme genauso mag wie ihren Schreibstil und ich einfach denke, dass jeder seine eigene Geschichte selbst wohl am besten erzählen kann.

Inhaltlich bin ich ein wenig zerrissen – prinzipiell gefällt mir jedes Kapitel in diesem Buch, allerdings ist vieles sehr oberflächlich und dazu auch durcheinander bzw. willkürlich aneinandergereiht.
Gerade der Besuch des Hospizes kam sehr überraschend und war auch genauso schnell wieder vorbei, was ich sehr schade finde, denn das war ein sehr tief gehender Part, der meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit hätte bekommen sollen.

Bei anderen Rezensionen habe ich oft gelesen, dass die Autorin hier ja über Luxusprobleme klagt und vieles von dem, was sie hier ausprobiert für einen normal arbeitenden Menschen überhaupt nicht möglich wäre. Stimmt. Aber sind deswegen Probleme von „Betuchten“ weniger schlimm als von anderen?
Hier zeigt sich doch recht deutlich, dass Geld nicht automatisch glücklich macht, sondern ganz unanbhängig vom Geldbeutel viele Probleme doch im Grunde gleich sind.
Gut, die Autorin hatte die Möglichkeit mit Geld einiges auszuprobieren, nur hat es geholfen? Nö! Und ich bin dankbar, dass ich mir all das (nicht vorhandene) Geld gespart habe, denn gebracht hat es letztendlich ja auch nichts und mich hätte das alles wohl auch nicht wirklich glücklich gemacht (zumindest nicht langfristig).

Was mir an dem Buch definitiv gefehlt hat war ein roter Faden. Hier wird wild nacheinander alles mögliche getestet und ausprobiert, ohne Zusammenhang, ohne Ziel oder Überlegung, WARUM man das überhaupt machen möchte. Und ich glaube weil es keine wirklichen Überlegungen dazu gab, wird vieles eben viel zu schnell wieder abgebrochen. Gerne hätte ich z.B. mehr als 36 Stunden in einem Schweigekloster erlebt, aber gut, wer die Autorin kennt, weiß, dass das von Vorneherein zum Scheitern verurteilt war.

Nichtsdestotrotz hat mir der Humor und auch die Selbstironie sehr gut gefallen. Ich habe mehrfach laut auflachen und noch öfter heftigst schmunzeln können, leider gab es aber durch den unsteten Wechsel und immer wieder neue (Schnell-)Selbstversuche auch einige Längen.

Fazit: Humorvoller Selbstfinde-Marathon, dem etwas mehr Tiefe gut getan hätte

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