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[Rezension] Greiner/Padtberg – Verschieben Sie die Deutscharbeit – mein Sohn hat Geburtstag!

Posted by on 03/11/2017

Klappentext:
Von Dinkel-Zwang bis Noten-Klage: Helikopter-Eltern kreisen über ihren Kindern und fliegen ihnen sogar bis in die Uni hinterher. Sie sind ängstlich, ehrgeizig ― und vor allem nervig. Wie sie ihren Kindern und dem Rest der Welt das Leben zur Hölle machen, davon erzählen Lena Greiner und Carola Padtberg in diesem Buch. Eine amüsante Realsatire darüber, wie Kinder vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter von ihren Eltern überwacht werden: ein schonungsloser Frontbericht aus dem Familienleben. Eltern, Kinder, Hebammen, Erzieher, Lehrer, Professoren und Studienberater haben ihre besten Episoden an die Redaktion von SPIEGEL ONLINE gesandt und erzählen, was sie mit übermotivierten Eltern erlebt haben. Spleenig, grotesk ― und leider wahr.

Meine Meinung:
Der Titel dieses Buches sagt ziemlich genau das aus, was den Leser in diesem Buch erwartet: Eltern, die ihre Kinder für den Mittelpunkt des Weltalls halten und wenn möglich 24 Stunden am Tag um ihre Kinder kreisen, um sie von jeglichem Unbill zu bewahren.

Dadurch, daß ich beruflich selbst teilweise mit Jugendlichen zu tun habe und mein Freund auch Lehrer ist, hatte ich schon so eine grobe Ahnung, was in dem Buch auf mich zukommen könnte – aber das wurde sogar noch getoppt!

Während ich auf den ersten Seiten noch schmunzeln konnte, ist mir das Lachen irgendwann im Halse stecken geblieben, denn das sind keine ausgedachten oder übertriebenen Geschichten, sondern die traurige Wahrheit und dazu auch leider keine Einzelfälle mehr.

Dem Leser wird sehr bildhaft vor Augen geführt, wie die heutigen Eltern ihre Kinder zur absluten Unselbständigkeit erziehen und mich würden daher irgendwann auch Schlagzeilen à la „Mutter erklagt sich Anwesenheitsrecht bei Zeugung ihres Enkels“ auch nicht mehr wundern…

Dieser ausgelebte Egoismus der Eltern ist aber auch nicht jedem Kind wirklich Recht, auch das wird bei einigen Berichten sehr deutlich. Mir tun diese Kinder extrem leid, denn viele Aktivitäten der Übereltern sorgen dafür, daß das Kind ein geeignetes Mobbingopfer wird – was für die Eltern aber eher ein gefundenes Fressen ist, können sie doch gleich noch mehr helikoptern als vorher.

Auf der anderen Seite haben wir die Premium-Kids, die sich gern auch mit 14 von Mami noch den Hintern abputzen lassen – ist doch herrlich bequem. Beschulbare oder gar arbeitsfähige Kinder kommen dabei aber leider nicht zustande…

Am Ende des Buches finden sich noch Sichtweisen von Premium-Kindern und Helikopter-Eltern, sowie ein Kurzinterview mit einem Jugendpsychologen.

Fazit: Sehr unterhaltsames Buch, das mich aber auch sehr nachdenklich zurückgelassen hat sternsternsternstern

Ich bedanke mich herzlich bei vorablesen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

5 Responses to [Rezension] Greiner/Padtberg – Verschieben Sie die Deutscharbeit – mein Sohn hat Geburtstag!

  1. karin

    Hallo und guten Tag,

    ja diese überbesorgten Eltern-Großeltern sind echt ein Problem gerade für Erstklässler….am liebten würden sie ihre Kids ins Klassenzimmer fahren mit ihrem Van……augenrollen…

    Da ich in der Nähe einer GS wohne erlebe ich das immer Life mit.
    Regen , Schnee das Kind darf im Autoren fahren und leider selbst wenn die Kids den Fahrradführererschein haben wird es nicht besser….traurig …traurig finde ich das nur…

    LG..Karin…

  2. Suhani

    Hi Kastanie,
    boa, meine frühere Bekannte war (und ist) genau so. Die ließ ihre Kinder nicht mal nachmittags auf dem Schulhof alleine spielen, obwohl sie den vom Fenster aus sehen konnte. Selbst als die Kinder von der Grundschule auf eine höhere wechselten, fuhr sie oder ihr Mann immer mit dem Fahrad mit, damit auch ja nix passiert.
    Wenn das meine Eltern damals gemacht hätten, ich hätte die vom Rad in den nächsten Graben geschubst!
    Ich kann mich auch immer über solche Eltern aufregen. Entweder sie kümmern sich gar nicht um ihre Kids, oder nur sie machen alles richtig und stellen ihre Kinder in Glaskästen und polstern diese auch noch mit Watte aus….

    Ich wünsche die einen guten Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße,
    Su

  3. Daggis Welt (@Daggis_Welt)

    Das Buch ist mir nun schon so oft begegnet, ich werde es dann wohl doch auf die Wunschliste setzen müssen :)

  4. aer1th

    Ich bin das Alien unter den Müttern. Zumindest fühle ich mich manchmal so, obwohl ich auch sagen muss, dass die meisten Mamis in meinem Umfeld zum Glück genauso entspannt sind wie ich.

    Meine Tochter ist 16 Monate alt und möchte im Moment am liebsten alles alleine machen. Das ist mega anstrengend, aber ich werde den Teufel tun und ihr das „aberziehen“. Ich möchte ein selbstständiges Kind haben, ich habe keine Lust, dass sie mir mit 30 noch am Rockzipfel hängt.
    Ich liebe meine Tochter über alles und durch sie weiß ich erst was wahre, bedingungslose Liebe bedeutet und sie vor allem zu beschützen und unselbstständig zu lassen, ist definitiv keine Liebe!

    Ich kenne solche Übermuttis und weiß als Erzieherin auch, was für Auswirkungen das haben kann, also: Nein, danke! Nicht mit mir und meiner Tochter.

    Ich kann mir echtgut vorstellen wie du vor dem Buch gesessen hast und dein Gesicht immer länger wurde beim Lesen. Es ist teilweise schon sehr erschreckend.

    Liebe Grüße
    Miri

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