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[Rezension] Magdalena Nirva – Magdalena 24h

Posted by on 28/09/2017

Klappentext:
„Ich war wie geschaffen dafür, das Objekt ihrer Begierde zu sein. Oft war es aber auch anders herum. Ich war der Jäger …“  Magdalena ist 24, Literaturstudentin und liebt Sex. Als sie nach ihrer gescheiterten Ehe mit ihrem Kind mittellos dasteht, wirft sie alle Bedenken beiseite und sagt sich: „Warum soll ich damit nicht auch Geld verdienen?“ Um ihr Kind zu versorgen. Um die Universität abzuschließen. Um sich ein schöneres Leben leisten zu können. Auf der Suche nach neuer Liebe begegnet sie dem anziehenden Bad Boy Eagle. Die beiden beschliessen, ihrer Heimat Bulgarien den Rücken zu kehren und nach Wien zu gehen, wo sie als Callgirl viel Geld verdienen kann. Doch bald wird Eagle von seiner Vergangenheit eingeholt, und sie müssen Wien eilig verlassen. Und Magdalena gerät immer tiefer in Abhängigkeit zu Eagle, der sein „goldenes Huhn“ zunehmend rücksichtslos antreibt und eifersüchtig bewacht … Es ist eine wahre Geschichte aus der Welt der käuflichen Liebe. In ihrem biografischen Debütroman beschreibt Magdalena offenherzig ihre Erfahrungen und wie es dazu gekommen ist. Sie trifft Männer – gelegentlich auch Frauen – aus höchst unterschiedlichen Milieus zum Sex. Vom weltberühmten Rockstar über einen selbstverliebten Drogendealer bis zum italienischen Milliardär. Es kommt immer wieder zu skurrilen Begebenheiten und emotionalen Verwirrungen. Denn das Spiel mit den Begierden lässt die Grenzen zwischen Objekt und Subjekt, zwischen gekaufter Lust und tiefer Sehnsucht zerfliessen. 24 Stunden am Tag. Eine Kombination aus lebendig erzähltem Callgirl-Alltag und persönlicher Lebensgeschichte. Amüsant, berührend

Meine Meinung:
Ich habe schon ein paar Bücher aus diesem Bereich gelesen und war auch diesmal sehr gespannt auf die Erlebnisse und Erfahrungen von Magdalena, weil Escort ja doch noch eine andere Liga ist, als Prostitution auf der Straße oder im Bordell.

Der Schreibstil ist sehr einfach und teilweise leider auch sehr holperig und abgehackt, was evt. daran liegt, daß die Autorin Bulgarin ist und das Buch demnach in einer ihr mehr oder weniger fremden Sprache verfaßt hat. Das ist zwar erst einmal bewundernswert, für mich als Leser war es aber leider auf Dauer schon etwas anstrengend und von daher kann ich weder das „amüsant“ noch das „berührend“ im Klappentext bestätigen.

Inhaltlich bekam ich schon das, was ich erwartet habe, nämlich Einblicke in das Leben eines Escort Girls, aber leider fast nur aneinandergereiht, ohne Gefühle oder Reflektionen.
Am Anfang bekommt der Leser noch Rückblicke in ihr Leben in Bulgarien, auf ihre ersten Beziehungen, ihre Ehe und die Geburt ihres Sohnes. Leider sind auch diese Rückblicke sehr distanziert und gefühllos: Über ihre Beziehung zu ihrem Sohn erfährt man im ganzen Buch eigentlich so gut wie nichts, außer daß er – anders als ich vom Klappentext angenommen hatte – gar nicht bei ihr, sondern beim Vater in Bulgarien lebt.
Insgesamt kommt das Buch sehr ungeordnet daher und manche Situationen sind auch sehr wirr geschrieben, daß ich sie auch nicht ganz nachvollziehen konnte.

So spannend ich die ein oder andere Erfahrung fand, die Magdalena mit ihren Freiern gemacht hat, mir fehlten einfach mehr Details zu ihrer Person, zu ihrem Leben. Was macht sie, wenn sie nicht arbeitet? Wie verbringt sie ihre Freizeit mit oder ohne Eagle? Was denkt und fühlt sie? Nichts darüber erfährt man in diesem Buch. Auch eine Frage, die mich bei jedem dieser Bücher wirklich brennend interessiert, wird leider nicht aufgeklärt: wo geht das ganze Geld hin, was verdient wird – was ja gerade beim Escort nicht gerade wenig ist! Denn auch hier scheint es trotz allem, als ob das Geld nicht ausreichend ist.

Auch fällt es mir schwer, manche Dinge wirklich zu glauben. So wird am Anfang eine Szene erzählt, in dem passend zur Situation das Geld im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße liegt.
Oder daß sie teilweise das komplette Geld für eigentlich Null Leistung bekommt. Daß sie bei Kunden rumzickt und alles so hingenommen und trotzdem bezahlt wird.

Das Ende des Buches ist dann leider auch kein Ende, sondern das Buch hört einfach auf. Keine Information dazu, ob sie immer noch als Escort Girl arbeitet, kein Resumée, kein Ausblick in die Zukunft – nichts.

Den Inhalt bewerte ich bei einer Autobiografie prinzipiell nicht, muß aber trotzdem eins loswerden: daß Beziehungen zwischen Prostituierten und Ihren Zuhältern sehr speziell sind, wußte ich bereits aus anderen Büchern. Magdalena spricht aber immer davon, daß sie Eagle liebt, obwohl er sie ausnimmt und sie ihn bescheißt, wo sie nur kann. Eigentlich eine lustige Kombination, wenn der Hintergrund nicht so ernst und traurig wäre.

Fazit: Leider etwas ungeordnete und distanzierte Einblicke in das Leben eines Escort Girls sternsternsternhalb

6 Responses to [Rezension] Magdalena Nirva – Magdalena 24h

  1. karin

    Hallo und guten Tag,

    also ich denke mir, da wird vieles viel zu rosig da gestellt.

    Aber gut als …Aussenvor..ist es immer sehr schwierig sich da ein Urteil zu bilden…da zählt bei jedem sicherlich „das Gefühl, dass das nicht so toll alles ist….

    LG..Karin…

  2. aer1th

    So ähnlich geht es mir mit dem Buch auch gerade. Ich habe es im Moment pausiert, weil es mich mehr nert, als das mir das Lesen Freude bereitet.

    Liebe Grüße
    Miri

    • Kastanie

      Ich habe gerade gesehen, daß Du es inzwischen auch beendet hast und laut Deiner Sternebewertung auch nicht so begeistert warst…

      • aer1th

        Nee, das Buch war echt nicht so meins. Ich hätte es auch am liebsten abgebrochen, hab es aber nicht getan, weil es ein Reziexemplar war…

  3. buecherherz

    Liebe Kerstin,

    da haben wir wirklich das gleiche Gefühl zu dem Buch. Du konntest es nur deutlich schneller beenden als ich. :-D

    Und ich kann mir nicht helfen, bis zum Ende hätte ich gern noch mehr Einblicke in den Beruf gehabt. Rückblickend wurden nur so wenige Freier wirklich beleuchtet. Ich glaube einfach, dass da mehr (und aus der Familiengeschichte weniger) herauszuholen gewesen wäre.

    Liebe Grüße
    Julia

    • Kastanie

      Zumal ich trotz der gerade am Anfang sehr aussschweifenden Erzählungen zu ihrem Familienleben nicht wirklich schlau daraus geworden bin…

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